Als kleines Experiment haben wir unter der bislang brach liegenden Domain www.schreibermag.de den “Do-it-Yourself-Guide to Publishers” eingerichtet, ein Gemeinschaftsblog, zu dem neue fachkundige Autoren aus der Leserschaft gerne gesehen sind. Hintergrund ist ein zunehmender Trend von Verlagsmodellen, die auf Personalisierung und Community-Publishing setzen, sowie zunehmend komfortable Tools für Autoren, um ihr Buch in einem Prozess zu veröffentlichen. Als personalisiertes Publikationsmodell sei z.B. gesetzbuch 24 vom Boorberg-Verlag genannt, das JPG-Magazine von 8020 Media kann schon als Urgestein des Community-Publishing bezeichnet werden und vor wenigen Monaten ist mit FastPencil ein Webportal an den Start gegangen, das dem Autor vom Blog-/ und Homepage-Import über den Texteditor bis hin zu Druck und Vertrieb sämtliche Verlagstools an die Hand gibt. Im neuen Gemeinschaftsblog soll nun ein Guide entstehen, der die Trends beschreibt und die Tools vorstellt.
Wir freuen uns über die Weiterempfehlung per Twitter, Facebook & Co.
Das Magazin “Esquire” sorgte schon vor etwa zwei Jahren für Aufsehen, als es eine Ausgabe mit dem damals noch brandneuem E-Paper auf dem Titelbild veredelte. Der Marketing-Gag funktionierte, es hagelte weltweit Berichte. Jetzt setzt Esquire auf einen neuen Trend: Die neue Ausgabe wartet mit diversen Augmented-Reality-Einsprengseln auf, und auch das Magazin dürfte wieder für Furore sorgen:
Mal etwas Technik-lastiges für unser Weekend-Vid: Das Upload-Magazin berichtet über Pixel Qi, einem neuen Display, der von Mary Lou im Rahmen des Projekts “One Laptop per Child” (OLPC) maßgeblich entwickelt wurde und bald auf den Markt kommen soll. Vorteil von Pixel Qi: Er schlägt die Brücke zwischen einer hohen Bild-Update-Rate von herkömmlichen LCD-Displays, die z.B. für das Abspielen von Videos etc. wichtig ist, und einem niedrigen Batterieverbrauch sowie einer guten Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung, die derzeit von den E-Readern durch das elektronische Papier (eInk) erreicht wird. Das Ergebnis: Sämtliche digitalen Freiheiten und freiem Himmel. Upload ist der Meinung, dass sich hier eine Revolution anbahnen könnte:
Verlagsberater F. Heinold hat vor einigen Tagen in seinem Blog den Trend zum Selfpublishing beschrieben und dabei insbesondere das (von Hugo E-Martin beschriebene) Projekt von Magcloud und Wikia im Blick gehabt: Dabei können User Wikia-Inhalte sammeln und über Magcloud als Print-on-Demand-Magazin bestellen. Heute hat nun auch ReadWriteWeb einen Kurzbeitrag zum Thema Selfpublishing geschrieben und dabei neben den bekannten Tools Magcloud und Tabbloid (ein HP-Tool, mit dem sich Webinhalte in ein Tabbloid-PDF-Format umwandeln lassen) auch das Projekt FastPencil beschrieben: FastPencil hat dabei den großen Vorteil, dass die Umwandlung nicht automatisiert ist, sondern nach dem Ziehen von Inhalten auch eine nachträgliche Redaktion erlaubt. Für das Selfpublishing ein großer Schritt, denn mit Projekten wie “Titelhelden” von der Deutschen Post gab es zwar bereits redaktionelle und kollaborative Online-Tools, die Titelhelden lassen allerdings keinen automatischen Import von Webinhalten zu. Mit FastPencil ist nun beides möglich und man merkt: Das Thema nimmt Fahrt auf …
Leander Wattig, Verlagsberater aus Leipzig, hat auf seinem Blog ein Interview mit Heike Scholz über die Bedeutung von Mobile für den Buchmarkt veröffentlicht. Heike Scholz ist die Macherin von mobile zeitgeist, einem der führenden Blogs für Mobile-Themen. Zur Bedeutung von Mobile für die Buchbranche sagt Sie z.B.:
… wir müssen nur nach Japan schauen, wo kaum noch von Papier gelesen wird und auf dem Mobiltelefon ganz neue Formate wie Novels entstanden sind – mit denen übrigens eine Menge Geld verdient wird – um zu verstehen, was in diesem Bereich noch auf uns zukommen wird.
Soziale Netzwerke erreichen die trockene Wissenschaft: Die Zeitschrift für Organisationsentwicklung (ZOE) befasst sich in der aktuellen Ausgabe mit der Frage, welche Rolle Twitter, Blogs und Wikis in Change-Prozessen von Unternehmen heute spielen. Der Zeitschriftenbeitrag zum Know-How-Transfer durch Social Media von der Internet-Agentur Namics ist kostenfrei als PDF-Download verfügbar.
Zu guter Letzt: Das Blog Missing Link gibt in einem lesenswerten Beitrag einen Ausblick auf das SEO (Search Engine Optimization) im Jahr 2015. Die Stichworte sind “Universal Search”, “Latent semantische Optimierung” und “Social Media Optimization”. Allesamt Begriffswolken, die sich im Laufe der Lektüre klären.
Eigentlich gilt die Kreativschmiede Jung von Matt als Hamburger Institution. In Sachen Verlags-PR kommen jedoch sowohl die skandal-, wie auch die kreativpreisverdächtigen Kampagnen vom Jung von Matt-Büro Neckar (Stuttgart). Mit fadem Beigeschmack erinnern wir uns noch an die “Sodomie-Werbung” für das Düsseldorfer “Deutsch Magazine”, die vor ziemlich genau zwei Jahren jede Geschmacksgrenze überschritten hatte und vernichtende Kritiken bekam. Nun hat man sich eines besseren besonnen und auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse eine aus meiner Sicht erfrischend-lustig-kreative PR-Aktion gestartet: Mit “gebrandeten” Fliegen:
Angeblich ist keine Fliege zu Schaden gekommen, trotzdem gibt es zumindest auf Youtube auch kritische Stimmen. Aus meiner Sicht ist die Aktion - nach dem ziemlich genialen Stand (ein Boxring) vom Taschen Verlag anlässlich des M. Ali-Bildbandes vor einigen Jahren - eine der besten Ideen, die frischen Wind in das verstaubte Verlagsimage bringt. Zudem kann man wohl kaum ein günstigeres Werbevideo produzieren, dass mit Witz und Charme durchaus virales Potential für die Social-Community haben könnte.
Was kreative Werbung/Kommunikation angeht, gehören neben Jung von Matt derzeit noch Heimat aus Berlin und die kleine Kreativperle Nordpol aus Hamburg zu meinen Lieblings-Agenturen.
Ein interessantes Video-Interview zum Wochenstart: Ex-Googler und Brizzly-Gründer (Brizzly ist eine neue webbasierte Twitter-Applikation) Jason Shellen hat sich am Rande des Real-Time-Web-Summig von ReadWriteWeb über die Bedeutung von Filterung geäußert:
Statt eines Videos gibt es heute einige Leselinks rund um Social-Media, Twitter und KMU’s: Wortgefecht hat eine Studie von Citibank und GfK Roper vorgestellt, wonach zwei Drittel der befragten Geschäftsführer Twitter, Facebook und Co. keinen relevanten Beitrag zum aktuellen Geschäftsgang zubilligen. Wie das mit Umfragen so ist, behaupten jedoch zwei weitere Studien genau das Gegenteil, nämlich die Umfrage vom KMU-Magazin “inc”, sowie eine aktuelle Studie von internet2go und MerchantCircle, nach der KMU’s in den USA die Social Media Tools immer mehr adaptieren.
Ein Blick auf weitere aktuellen Zahlen mag weiterhelfen: Laut Netzökonom ist das Wachstum von Twitter in Deutschland weiter ungebrochen, wobei allerdings nur wenige der Neulinge aktiv twittern, sondern offensichtlich eher passiv monitoren. Das ist das Minimum, was auch wir hier empfehlen. Als Ergänzung sind die experimentierfreudigen Zahlen der Webevangelisten interessant, die die Verteilung des Traffics großer Tageszeitungen durch Twitter analysiert haben. Ergebnis: Die zusätzlichen Werbeeinnahmen durch den über Twitter generierten Traffic können zwar noch nicht ganz, aber immerhin fasst einen eigenen Redakteursposten finanzieren.
Also was nun: Alles nur Gelaber? Diese Frage stellt auch das Börsenblatt unter anderem den von mir geschätzten Dieter Rappold (knallgrau/twoday) sowie einigen Buchbranchenkollegen, und siehe da: Alle halten Social Media für wichtige Tools. In diesem Zusammenhang noch zwei Hinweise: Jan Tissler hat im t3n-Magazin die Frage aufgeworfen, in wiefern sich der aktuelle Deal zwischen Google und Twitter auch auf SEO auswirkt, und man mag hier hinzufügen, dass Empfehlermodelle möglicherweise ganz grundsätzlich das Gewicht zwischen Content und SEO verschieben könnten. Warum es trotzdem noch ein Weilchen dauern könnte, bis alle Unternehmen die Chancen von Social Media ergreifen, hat Klaus Dieter Knoll auf seinem Blog sehr schön dargestellt: Schon immer haben sich Webanwendungen erst Jahre später zum allgemeinen Standard entwickelt, nachdem die Early Adopter bereits weitergewandert sind. Das Netz habe zwei Geschwindigkeiten. Wenn ich es allerdings richtig überblicke, dann steht Social Media inzwischen doch auch bei vielen eher schwerfälligen Großunternehmen bereits sehr weit oben auf der Agenda.
Im März 2009 ist die vom Börsenverein des Buchhandels betriebene E-Book-Plattform libreka! ans Netz gegangen. Gestern hat nun das Magazin lesen.net über einen offenen und äußerst kritischen Brief eines libreka-Mitarbeiters berichtet und die Vorwürfe aus der Branche noch einmal zusammengefasst: Gerade einmal 32 E-Books seien im Monat September verkauft worden, das Portal sei konzeptlos, aus Usability-Gesichtspunkten eine Katastrophe und kranke am Kooperationsverhalten der Verlage. Möglicherweise ist die Verlagswelt auf Libreka! auch nicht angewiesen, da es genug andere E-Book-Plattformen gibt. Trotzdem wirft der Vorgang ein sehr düsteres Licht auf die Innovationskraft der Branche.
Sehr innovationsfreudig ist die Branche jedoch, wenn der Nutzen so offensichtlich ist, wie bei dem Portal PaperC, über das gestern Netzwertig kurz berichtet hat und das im übrigen ein aktueller Preisträger des AKEP-Awards (Arbeitskreis Elektronisches Publishing des Börsenvereins) ist. Über PaperC können Studenten Fachbücher komplett und kostenlos online lesen. Wundert man sich zunächst über die plötzliche Freigiebigkeit der Verlage, werden die Motive mit Blick auf das Geschäftsmodell schnell klar: Für das Ausdrucken von Seiten berechnet PaperC 5-10 Cent, damit stellen die Verlage den Studenten praktisch einen digitalen Kopierer in die Studierstuben. Für die Eintreibung und Verteilung von “Kopiergebühren”, die gerade bei Universitätsliteratur ja schwer ins Gewicht fallen, ist jedoch bislang die VG-Wort zuständig. Bei PaperC bleibt daher die Frage, ob auch Autoren gleichermaßen von den Einnahmen profitieren. Keine Frage, das Modell ist erst einmal begrüßenswert, es bleibt jedoch in der Gesamtschau das ungute Gefühl, dass sich Verlage auf derart offensichtlich profitable Angebote stürzen und sich gleichzeitig dem allgemeinen Wandel in der Medienwelt eher verschließen.
Was damit gemeint ist zeigt ein kleiner Blick ins Ausland: Während die Öffentlichkeit - ja durchaus völlig zu Recht - die Form der Präsentation von China auf der Buchmesse kritisiert, ist es allerdings dramatisch zu sehen, dass uns das Reich der Mitte auch in der Publikationsbranche mit seinem Fortschrittsdenken überholt: Die Zahlen des chinesischen E-Book-Publishers Shanda sind beeindruckend (nur als ein Beispiel), und auch in der Vergangenheit haben viele Meldungen gezeigt, dass China (zumindest uns) an Spiel- und Innovationsfreude weit vorauseilt.
Da möchte man den Aufruf einiger Verlagsrepräsentanten nach mehr Innovation und neuen Modellen für das digitale Geschäft doch nachdrücklich unterstützen, sonst droht der Branche von Gutenberg möglicherweise keine allzu rosige Zukunft …
Mit der “Augmented Reality” - auf deutsch “erweiterte Realität” - wird ein Stück Science Fiction in die Gegenwart geholt: Das Abbild der Realität wird über ein Medium wie derzeit vor allem das iPhone um “virtuelle Daten” ergänzt. Einen Hype erlebt diese Technologie vor allem durch die von google entwickelte open-source-software “Android”. Marktfähig und sicher auch extrem zukunftsträchtig sind zum Beispiel virtuelle Reiseführer wie Wikitude, bei denen die Applikation die angezoomten Sightseeings erkennt und entsprechende Daten liefert oder Cafes und Restaurants in der Umgebung zur Auswahl stehen. Gerade diese Techniken zeigen, wie bedeutsam crossmediale Produkte z.B. für Verlage bald werden könnten:
Weitere Beispiele sind ein Browser für Augmented Reality namens “Layar”, über den beispielsweise zum Verkauf stehende Häuser ausfindig gemacht werden können, für den Mobile Worker mag worksnug interessant sein, mit dem sich Webcafes usw. auffinden lassen, es gibt aber auch spielerische Anwendungen, die ja bereits Eingang in die Games-Entwicklungen finden. Einige weitere Beispiel, z.B. von Ikea, hat gestern Netzwertig angeführt und auf O’Reilly beschäftigt sich heute eine Autorin mit der Verbesserung der User Interfaces, die sich MPI und ETHZ auf die Fahnen geschrieben haben.
Eine Vision, wie die Augmented Reality in Zukunft Eingang in unseren Alltag finden könnte, hat vor einiger Zeit Microsoft ins Netz gestellt. Und wenn man sieht, wie weit die Technik bereits ist, schaut vieles davon gar nicht mehr so futuristisch aus:
Auch Nokia hat eine Vision ins Netz gestellt, bei der eine Brille als Medium die Hauptrolle spielt. Das ist jedoch noch nicht das Ende der Entwicklung: Bioniker arbeiten bereits heute an einer Kontaktlinse als Trägermedium für die schöne neue Welt. Die eher scherzhaft gemeinte Reaktion, dass wir uns in Zukunft die Anwendungen einfach direkt einlasern lassen, ist vielleicht gar nicht mehr so abwegig, ebenso wie erste ethische Bedenken, die z.B. Gesichtserkennungs-Software mit Blick auf Anonymität und Identifizierbarkeit aufwerfen.
Eine Diskussion, die mit steter Regelmäßigkeit auftaucht: Viele Internetnutzer klagen, dass sie im Netz von einer Informationsflut überrollt werden. Selbst Wissenschaftler warnen in Studien ab und zu vor den Folgen einer solchen Reizüberflutung. Die Netzenthusiasten entgegnen dieser Kritik, dass es schon immer einen “Information Overload” gegeben hat und wir gezwungen waren, Informationen geziehlt auszusuchen. Das Netz mache die Situation durch die ständige Greifbarkeit nur offensichtlicher. Es bleibt jedoch bei dem Unbehagen vieler User, und selbst die Netzenthusiasten sehen eine Angebotslücke in praktikablen Informationsfiltern, die uns die Arbeit erleichtern. Zuletzt ist diese Diskussion von Spiegel Online entfacht worden, nachdem selbst ausgewiesene Webgeeks die Usability von Google Wave für die breite Masse angezweifelt haben. Das Medienblog Netzwertig hat diese Diskussion aufgegriffen und fortgeführt. Die Debatte ist wie immer hitzig und etwas Abstand tut Not - vielleicht hilft dieses humorvolle Weekend-Video von Xerox zur neuen Volksrankheit “IOS”:
Nein, bei Enterprise2.0 handelt es sich nicht um ein neues Raumschiff-Abenteuer im Orbit, sondern um das Abenteuer “Unternehmen im Space2.0″, genauer gesagt um den Einsatz von Social-Media-Tools in der internen und externen Unternehmenskommunikation. Das ist nicht wirklich neu, aber vielleicht hilft das neue Modewort, dieses extrem breite Themenfeld auf die Agenden in den Unternehmen zu pushen. Warum Unternehmen früher oder später nicht mehr um das Thema herumkommen, scheint klar: Das Verhältnis zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit wandelt sich langsam, aber grundlegend. Denn das Web2.0 funktioniert nicht mehr nach dem klassischen Sender- und Empfänger-Prinzip, sondern es gleicht einem riesigen Dialog, in den sich ein Unternehmen als ein Sender/Empfänger unter vielen einbringen kann/sollte. Natürlich behalten auch herkömmliche Formen der Unternehmenskommunikation Ihre Berechtigung und sind nach wie vor in ihrer Breitenwirkung ungeschlagen. Doch das Gewicht verschiebt sich von Jahr zu Jahr.
Zur Veränderung der Unternehmenskommunikation durch Social-Media-Anwendungen hat die GPRA gestern eine Vortragsreihe/Diskussionsrunde veranstaltet, die über zaplive.tv gestreamt wurde und dort weiterhin abgerufen werden kann. Einen Tag zuvor hat Prof. Michael Koch zu dem Thema ein kurzes und lesenswertes Interview gegeben. Eine Fundgrube für gute Linkhinweise ist beispielsweise das Blog moderne Unternehmenskommunikation.
Wer den Anschluss nicht verpassen will (und alle Zahlen zum Nutzerverhalten der jungen Generationen legen das nahe), sollte sich schlicht einen RSS-Reader zulegen, die einschlägigen Blogs und Medien abonnieren und ggf. mit anonymen Accounts anfangen, sich mit Twitter & Co. auseinanderzusetzen. Das ist nicht nur die beste Form der Fortbildung, sondern kann auch Spaß machen - wenn man die emotionale Hürde erst einmal überwunden hat …
Die New York Times will einen Dokumenten-Reader, mit dem sich PDFs und andere Dokumente in Websites integrieren lassen, in einer neuen Version für fremde Publisher zugänglich machen. Der Technologie-Chef Aron Pilhofer begründet den Schritt damit, dass ” … news organizations are slowly but gradually becoming more and more like technology companies”. Eine interessante Aussage, die sich auch mit einigen Stimmen aus anderen Verlagshäusern deckt. Das bekannteste Document-Sharing-Portal ist hierzulande txtr, über das sich ebenfalls Dokumente in die eigene Online-Präsenz integrieren lassen. Die neue Version des NYT-Readers soll zusätzlich die Möglichkeit bieten, im Dokument einzelne Textpassagen zu kommentieren. Mehr dazu im Editorsweblog und auf Baynewser.
Der Verlagsberater F. Heinold bietet eine kostenlose Studie zu crossmedialen Redaktionssystemen an, die zwei Studenten der Universität Göttingen verfasst haben. Mit crossmedialen Redaktionssystemen lassen sich Inhalte in verschiedene Medien/Formate wie Print, Web etc. verwalten. Die gut 70 Seiten umfassende Studie verschafft einen Überblick über den undurchsichtigen Markt und kann Verlagen als Entscheidungsgrundlage dienen. Eine einfache E-Mail an F. Heinold (siehe Publishing-Blog) genügt, und man ist um einiges Wissen reicher…
Das Upload Magazin hat ein lesenswertes Interview mit dem Redaktionsleiter des NZZ-Folio-Magazins, Daniel Weber, veröffentlicht. Über die Online-Aktivitäten von Verlagen sagt Weber: “Ja, die Verlage waren zu behäbig”. Gleichzeitig kündigt er an, dass es auch bei der NZZ bald kostenpflichtige Angebote im Netz geben könnte. Wer im neuen Folio-Magazin mehr zum Thema Zeitungen und Internet lesen möchte, kann im Upload Magazin eines von drei Exemplaren gewinnen.
Weitere spannende Lesetipps:
Verlagsberater F. Heinold hat einen interessanten Beitrag über das Trendthema Web2Print veröffentlicht.
Die Buchbranche hat eine Umfrage zur Digitalisierung in Verlagen durchgeführt. Ergebnisse: 2018 werden digitale Produkte die klassischen Print-Produkte überholt haben. Die Branche sieht Aufholbedarf vor allem im Know-How und in neuen Konzepten bzw. Geschäftsmodellen.
Matthias Schwenk hat einen guten Beitrag über die Auswirkungen von Social-Media auf PR-Agenturen und die Honorierung geschrieben.
Wer sich für Afrika interessiert: In den Blättern für deutsche und internationale Politik gibt es einen wissenschaftlich aufgearbeiteten Überblick über die afrikanische Blogosphäre.
Während im Web vor allem über Soziale Netzwerke, Mobile Anwendungen wie die Augmented Reality oder Google Wave diskutiert wird, hat AOL eine fasst vorsintflutlich anmutende Initiative gestartet: Der Internet-Dinosaurier will mit dem guten alten Web1.0 und der Vermarktung von lokalen Inhalten einen Neustart wagen. Dazu setzt AOL unter anderem auf zwei Pferde: Städte als angeblich weiße Flecken auf der Landkarte, sowie Special-Interest-Blogs, für die in den letzten Wochen diverse Stellenausschreibungen zu finden waren. Neu ist der Gedanke nicht - abwegig allerdings auch nicht: Der ehemalige Starblogger Robert Basic hatte zum Beispiel nach dem Verkauf von Basic Thinking ebenfalls ein regional orientiertes Blognetzwerk (Buzzriders) initiiert. Und die Aussage, dass Twitter oder Facebook vor allem als gering kommerzialisierbare Verteiler fungieren, während das Geld auf den “Landeseiten” gemacht wird, ist zumindest so lange richtig, wie den Netzwerken ein echtes Geschäftsmodell fehlt. Beiträge zur AOL-Initiative gibt es im Handelsblatt und auf dem Netzblog der FAZ.
Neben dem fulminanten Hype von Twitter war in diesem Jahr die Ankündigung von Google Wave wohl das bewegendste Ereignis im Netz. Allein ein paar Videos haben weltweit hunderttausende Postings und Diskussionen ausgelöst. Heute wird Google Wave nun 100.000 Personen zum Test einladen, darunter die Leute aus der Developer-Preview und einige weitere Personen, die sich mit Ihrem Google Account für Google Waves angemeldet haben. Die Chancen, hier einen Account abzubekommen, stehen wohl nicht so gut, wer sich allerdings für zukünftige Einladungen in Stellung bringen möchte, kann sich auf der Google Wave Seite mit seinem Google-Account anmelden, anschließend auf den “learn more”-Link klicken und dann eine Invitation-Form ausfüllen.
Was google wave genau ist, kann bis heute niemand richtig beschreiben (eine Mischung aus Chat-System, Life-E-Mail und Collaboration-Plattform), Google selbst veröffentlicht dazu lange videos (nicht unter einer Stunde), einen kurzen Beschreibungsversuch gibt es aktuell auf ReadWriteWeb. Allgemein wird Wave jedoch als “disruptive” Technologie gehandelt, die unsere elektronische Kommunikation massiv verändern könnte.
30. September 2009 | Trackback URL: Link | Kommentare: 0
Karl Fisch und Scott McLeod haben die vierte Folge des Erfolgsvideos bzw. der Erfolgspräsentation “Did you Know” online gestellt. Mit der Power-Point-Präsentation feierten der High-School-Administrator und der Hochschulprofessor 2006 bereits virale Erfolge und der dritte Teil lieferte schließlich mit “shift happens” den Untertitel für die letzte re:publica. Auch der vierte Teil verbreitet sich derzeit in Windeseile. Thema aller Präsentationen ist die Medienrevolution, und wer immer noch nicht glauben will, das die Zukunft der Medien dem Web und den Mobile-Anwendungen gehört, dürfte nach diesem Video umdenken:
18. September 2009 | Trackback URL: Link | Kommentare: 0
Der Buchreport startet ein Blog und überlässt das Bloggen den Profis: Elf bekannte und weniger bekannte Onliner und Blogger werden das Blatt nun um spannende Blogbeiträge bereichern. Mit dabei sind u.a. Erhard F. Heinold (publishing business), Leander Wattig (leanderwattig) oder Jochen Krisch (Exciting Commerce). Übrigens alles Blogs, die auch in den Feedreader gehören, wenn man beim Publishing nicht den Zug verpassen will. Außerdem interessant: Die schweizer Agentur Bernet PR hat auf scribd einen PDF-Leitfaden zu “Corporate Twitter” veröffentlicht. Eine gute Mind-Map zum Thema Social Media Monitoring hat Anne Grabs auf Ihren Blog gestellt.
17. September 2009 | Trackback URL: Link | Kommentare: 0
Das Geschäft mit dem Corporate Publishing, also z.B. mit Kunden- oder Mitarbeitermagazinen, boomt gewaltig. Und alle mischen mit: Vom Süddeutschen Verlag über Burda bis hin zu Hoffmann und Campe. Die Trendverschiebung wurde besonders augenfällig, als einer der größten deutschen Verlage - Gruner und Jahr - vor kurzem das Corporate Publishing-Geschäft zum Wachstumsbereich erklärte und gleichzeitig die Zukunft einiger klassischer Verlagsobjekte offen ließ. Nun hat Florian Langhammber auf dem Blog von Landor die These aufgestellt, dass gerade in Krisenzeiten die Corporate-Publishing-Objekte zunehmend als (kostenloses) Informationsmedium akzeptiert werden. Als Beispiel nennt er das Lufthansa-Magazin, 4Seasons von Globetrotter, AIDA oder Kempinski. Dem kann man bis zu einem gewissen Grad folgen, denn viele dieser Magazine müssen sich zumindest im Lifestyle oder Special-Interest-Segment kaum noch hinter den klassischen Verlagsprodukten verstecken. Doch die Grenzen sind klar: Auch ein vielfach preisgekröntes Kundenmagazin wie Impact hätte wohl kaum die Schmiergeld-Affäre bei Siemens aufgedeckt, und das wissen die Leser natürlich. Trotzdem, für den Altpapier-Karton, in den die Kundenmagazin früher meist wanderten, sind viele inzwischen zu hochwertig. Ach ja, und natürlich versuchen die Unternehmen auch, die digitalen Lesebedürfnisse ihrer Kunden zu befriedigen. Mehr dazu in einem Gastbeitrag im Upload-Magazin.
15. September 2009 | Trackback URL: Link | Kommentare: 0
Derzeit wird im Netz wieder kontrovers über die Zukunft des Journalismus debattiert. Einer der Ausgangspunkte war das “Internet-Manifest“, mit dem eine Gruppe von Online-Journalisten (Thomas Knuewer vom Handelsblatt, Mario Sixtus, Stefan Niggemeier, Mercedes Bunz und andere) 17 Behauptungen aufgestellt haben, wie der Journalismus im Web funktioniert. In einem weiteren spannenden Beitrag zur Debatte formuliert nun Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von jetzt.de, fünf Krisenthesen zum Journalismus. Danach sieht er - verkürzt dargestellt - vor allem im Community-Building die Zukunft von Zeitungen. Denn User sind zwar immer weniger bereit, für Informationen oder “Content” zu bezahlen, wohl aber für einen Zugang zu einem bestimmten und nicht kopierbaren Kontext, in dem sie einen Dialog führen können (konkret z.B. die Kommentarfunktionen). Zu Lesen sind die Thesen in seinem Blog Digitale Notizen.
14. September 2009 | Trackback URL: Link | Kommentare: 0
Die wohl interessanteste Nachricht des Tages lautet, dass Google bis zum nächsten Jahr eine eigene Micropayment-Plattform aufbauen will, die auf Google Checkout basieren soll. Das berichtete heute Vormittag das NiemanJournalismLab. Inzwischen gibt es Kommentare vom Netzökonom (FAZ) und auf Mashable. Micropayment-Plattformen gelten als wichtige Voraussetzung für Payed-Content im Web. Zuletzt wurde in den UK der Aufbau einer Micropayment-Plattform für das kommende Jahr angekündigt. Die Details des Google-Vorhabens kann man in einem PDF nachlesen.
10. September 2009 | Trackback URL: Link | Kommentare: 0
Das Read Write Web-Magazin hat eine Artikelserie über fünf Zukunftstrends im Web gestartet. Der erste Beitrag behandelt den Trend “Structured Data”, den aktuell vor allem die neue Knowledge-Engine Wolfram Alfa, der Webdienst Open Calais, aber auch Google mit dem “Datafinder” Google Squared und Rich Snippets verfolgen. Die Technologien befinden sich allerdings teilweise in einer sehr frühen Beta-Phase: Während Google Squared noch sehr unzuverlässige Ergebnisse liefert, tut sich Wolfram Alpha bislang schwer, auch Suchanfragen von weniger brillianten Mathe-Genies zu verstehen.
Die zweite bereits erschienene Serie behandelt das Real-Time-Web, deren bekannteste Vertreter Twitter, Friendfeed und inzwischen auch Facebook sind. Wir sind gespannt auf die weiteren Folgen. Wer sich allgemein für Webtrends interessiert, sollte auch immer die Gartner-Hype-Kurve im Auge behalten, die künftige und vergangene Trends anschaulich darstellt.
In der Trendschau haben wir eine kleines How-To bzw. 10 Q&As zu Twitter verfasst, die auch die mögliche Unternehmens-Perspektive mit einbeziehen. Mit 170.000 deutschen Usern im August wächst Twitter langsam zu einer relevanten Größe an und hat sich für das “Mikroblogging” zum Standard etabliert. Auch wenn sich Unternehmen nicht für ein aktives Engagement entscheiden (das sicher auch nicht immer sinnvoll ist), so sollten sie Twitter zumindest zum Monitoring nutzen und die weitere Entwicklung im Auge behalten. Insbesondere für Verlage dürften sich über Twitter einige neue Chancen eröffnen und eine Beschäftigung mit dem Tool scheint hier Pflicht. Eine interessante Link-Liste, wie Unternehmen Microblogging für sich nutzen können, hat das Blog Wissensmanagement zusammengestellt. Eine Vielzahl von Twitter-Anwendungen für Fortgeschrittene werden im Dr. Weblog vorgestellt.
Wem die Zeit fehlt, das Buch “Free” von Criss Anderson durchzulesen, kann sich die These in Kurzfassung nun vom Netzökonom (FAZ) erklären lassen. Nach Anderson werden die Preise für digitale Inhalte auf absehbare Zeit auf “0″ sinken und Unternehmen sollen sich künftig auf den eigentlichen Wert konzentrieren: Die Aufmerksamkeit des Publikums über freien Content zu gewinnen. In dieser neuen Ökonomie lässt sich zwar nicht mehr so viel, über Umwege aber wenigstens noch etwas Geld verdienen: Werbeeinnahmen bei Netzinhalten, einige Print-Bücher pro 1000 verteilte E-Books, Zusatzfunktionen bei freien Games oder Konzertkarten über verschenkte MP3. Die Thesen klingen radikal, sind aber fasst überall schon Realität.
Es gibt jedoch auch Gegeninitiativen: Zuletzt hat Rupert Murdoch die Paid-Content-Debatte mit der Ankündigung wieder angefacht, ab Sommer 2010 Geld für Online-Journalismus zu verlangen, wenig später hat Mathias Döpfner von Springer nachgelegt (u.a. eine Freemium-Modell für Regionalblätter wie das Hamburger Abendblatt). Als Voraussetzung dafür gilt die Etablierung eines Mikro-Payment-Systems, wie es zuletzt in Großbritannien angekündigt wurde.
Das Dilemma: Im Netz sind Werbeeinnahmen die Haupterlösquelle für Online-Journalismus. Trotz zunehmender Verlagerung der Marketing-Budgets ins Web reichen die Werbeerlöse jedoch für die Finanzierung journalistischer Inhalte nicht aus. Kritiker von Paid-Content entgegnen jedoch, dass bezahlte Inhalte zu einer sinkenden Reichweite und noch geringeren Werbeerlösen führen. Die Frage ist also, ob sich auch auf lange Sicht genug zahlende Kunden finden, damit sich das Modell rechnet, oder ob sich ein Medium mit Paid-Content selbst um die Leserschaft und damit seine eigene Zukunft bringt.
Voraussichtlich im Oktober wird es einen neuen Mitspieler im Markt der Nachrichtenaggregatoren geben: Wie Martin Weigert auf Netzwertig berichtet, will Twingly die Möglichkeit bieten, Nachrichten durch Gruppen filtern und bewerten zu lassen. Damit überträgt Twingly das Prinzip von socialmedian auf Twitter, ein vielleicht schon überfälliges Modell. Auch Verlage sollten diese Entwicklungen im Auge behalten, denn Sie verfügen mit Ihren Autoren über die richtigen Experten für hochwertige Nachrichtenkanäle. Früher oder später müssen sich Verlage schließlich Gedanken darüber machen, ob den beliebten Newslettern im Echtzeitweb nicht bald die Marginalisierung droht. Einen kleinen und subjektiven Überblick über den Stand der Nachrichtenaggregation gibt es in einem kleinen Gastbeitrag auch im Upload Magazin.
Clipping-Dienste gehören bei Unternehmen und Agenturen zur unverzichtbaren Standardausrüstung in der Medienarbeit: Die Dienste liefern nicht nur Medienmeldungen zu vorgegebenen Stichworten, sondern auch Reichweiten, Auflagen, Einschaltquoten und mehr. Für Unternehmen, die die Kosten für einen solchen Dienst scheuen, hat Ralph Hutter auf dem Bernet-Blog eine hilfreiche Tool-Liste zusammengestellt, mit dem sich ein kostenloses Monitoring betreiben lässt. Die Liste umfasst Standards wie Google Alert, mit dem sich klassische Presse- und Medieninhalte auffinden lassen, aber auch einige Tools für das Social-Media-Monitoring wie z.B. den Metasuchdienst Socialmention, bekanntere Dienste wie Backtype (durchsucht Blogkommentare), Boardtracker (durchsucht Diskussionsforen) sowie diverse Tools für das Twitter-Monitoring. Eine Liste mit weiteren Suchdiensten hatte vor einiger Zeit das Blog Web-Ideas zusammengestellt.
Welche Dienste wirklich nützlich sind, kann nur ein Selbstversuch zeigen. Ich selbst nutze bislang Backtypes für Blogskommentare und für das Twitter-Monitoring Twazzup, da der Dienst neben der Lifesuche auch eine Liste der beliebtesten Links samt der Kontributoren abbildet. Auch Backtweets ist für die Linksuche interessant, wohingegen Dienste wie Twitterfall oder Monitter eher bei der Krisenkommunikation hilfreich sein dürften, wenn man in einer umfangreichen Diskussion parallel verschiedene Keywords beobachten will. Auch die einfache Suche über Twittersearch kann helfen, allerdings sollte man sich vorher die Search Operators anschauen.
Interessant für TV und Hörfunk ist auch noch der - allerdings nicht kostenlose - Dienst Spactor von Mediaclipping. Das Startup beobachtet mit Hilfe eines Spracherkennungsprogramms die TV- und Hörfunk-Landschaft (wir erinnern uns an die Youtube-Video-Suche von Google). Bei Landau machen das heute offensichtlich noch Menschen aus Fleisch und Blut. Die Frage nach der Treffsicherheit müssen wir allerdings an dieser Stelle offen lassen.
Während die Webgemeinde samt Online-PRler vor allem über Social-Media-PR diskutieren, hat sich der Kommunikationsforscher Thomas Pleil noch einmal um die Grundlagen gekümmert: Welche Anforderungen muss heute eine Corporate Website erfüllen? Ein lesenswerter Beitrag, der vor allem das Web2.0 nicht als Heilsbotschaft verkündet, sondern nur im Rahmen einer passenden Kommunikationsstrategie als sinnvoll beschreibt. Grundsätzlich findet man bei den meisten größeren Unternehmen kaum noch echte Sündenfälle bei ihren Corporate Websites. Es gibt aber Ausnahmen. In Erinnerung habe ich noch die Seite des Projektträgers Jülich, der - obwohl zentrale Anlaufstelle für forschungsorientierte Ausschreibungen - nicht einmal einen RSS-Feed anbietet. Anderen Hinweisen von Pleil würde man zwar zustimmen (externe Verlinkung, offensiver Umgang mit kritischer Berichterstattung, anschauliche Berichte über Firmenereignisse), sind aber in der Unternehmensrealität vielleicht nicht immer realisierbar (ständiger Hausreporter etc.).
Ergänzend zum Thema Social Media Newsroom: Die Blogpiloten haben ein ausführliches “How To” verfasst.
Welche Rolle Bücher und Verlage in der digitalen Zukunft noch spielen werden, ist wohl eine offene Frage, die heute niemand beantworten kann. Fakt ist, dass das Netz viele technische Hürden beseitigt und viele (technische) Definitionen in Frage stellt. Auf Upload hat Leander Wattig vor kurzem einen lesenswerten Definitionsversuch von Büchern im digitalen Zeitalter geschrieben, Matthias Schwenk hat kürzlich eine zwar knappe, aber spannende Skizze zum Publishing-Markt der Zukunft gezeichnet, ein paar Gedanken dazu gibt es auch in der Trendschau. Zumindest eins dürfte unstrittig sein: Das Buch- und Verlagsgeschäft befindet sich derzeit wohl in seinem radikalsten Wandel …
Tim O’Reilly hatte schon mit Web2.0 den richtigen Riecher für neue Begrifflichkeiten. Jetzt hat er zusammen mit dem Journalisten John Battelle den Begriff “web squared” zur Diskussion gestellt. “Web hoch zwei” spielt vor allem auf die exponentielle Datenfütterung - zunehmend auch in real time - an, die laut den Autoren zunehmend zu einer Durchdringung von Netz und realer Welt führt. Andere Buzzwords wie crowd sourcing, collective intelligence, semantic web, internet of things etc. werden unter den neuen Begriff einfach subsummiert. Das Papier ist umfangreich und nicht einfach zu verstehen - und wird derzeit noch nicht allzu stark in der Webgemeinde diskutiert. Lagen O’Reilly und Battelle also diesmal daneben? Einige Gedanken dazu in der Trendschau.
In Sachen Online-Kompetenz klafft die Schere in der Unternehmenswelt weit auseinander: Während viele Unternehmen nicht einmal in der Lage sind, einen einfachen RSS-Dienst anzubieten, tummeln sich einige mit Twitter, Flickr und Youtube bereits erfolgreich im Web2.0. Unter Letzteren setzt sich immer mehr die Idee des Social Media Newsrooms durch, auf dem alle Informationen zusammenfließen. Solche Newsrooms richten sich nicht mehr ausschließlich (oder überhaupt vorrangig) an Journalisten, sondern an alle Multiplikatoren im Web, inkl. Twitterer, Blogger und Kunden. Die Kunst ist nun, es allen recht zu machen. Dazu folgende Lesetipps:
Reiner Bartel auf Förderland: Pflichtlektüre, bevor man dem Web2.0-Hype verfällt, denn die meisten Journalisten interessieren sich nicht für Twitter und ein klassischer Pressebereich ist daher nicht zu ersetzen. Allerdings geht Bartel dabei von der Tagespresse als Zielmedium aus, was auch in der Pressearbeit nur ein Stein im Mosaik sein dürfte. Es gibt sogar PR-Agenturen, die fast ohne Newswerte, Tagespresse und Online-Aktivitäten erfolgreich sind.
Tilo Bonow auf Förderland: Vergleicht die “must have’s” im Online-Pressebereich und im Social-Media-Newsroom.
Klaus Eck auf PR-Blogger: Eck gibt 15 Tipps und beschreibt 21 Beispiele zum lernen und abschauen.
Die Hoffnung der Hobby-Magazin-Macher hat seit 2007 einen Namen: Magcloud. Der Ansatz von dem HP-Projekt ist simpel: Wie bei Issuu.com kann man ein fertiges PDF-Magazin hochladen, allerdings ist Magcloud ein Webshop: Die Mags werden als Print-On-Demand-Ausgabe gedruckt und derzeit in die USA, GB und Kanada geliefert. Letzte Woche ist nun mit dem DMU-Magazin eine user-generierte Fotozeitschrift hochgeladen worden, die auf der (geschlossenen) Flickr-Gruppe “DeleteMe Uncensored” basiert und sehr professionell daherkommt. Das ist vor allem deshalb interessant, weil der Verlag 8020Media mit dem Fotojournal “JPG” eines der ersten User-Generated-Mags auf den Markt gebracht hat. 8020Media ist allerdings noch ein echter Verlag und keine Druckerei mit angeschlossenem Webshop. Mit Koordination, Redaktion und klassischem Offset-Druck sind dabei jedoch auch hohe Kosten entstanden, die bei Magcloud entfallen. Das DMU-Magazin kommt zwar noch lange nicht an die Qualität des JPG heran und ist durch den hohen PoD-Preis kaum konkurrenzfähig, allerdings macht das Photomag schon mal einen Schritt in die richtige Richtung. Mehr dazu von Thomas Hawk.
Leander Wattig möchte über die Link-Aktion “Ich mache was mit Büchern” und einem zusätzlichen Wiki-Verzeichnis die Macher der Buchbranche zusammenbringen. Eine nette Idee, die nicht nur Leander eine Menge Backlinks einbringen dürfte, sondern auch zielgerichtet Besucher auf die eigene Seite lenken kann. Zu befürchten ist natürlich, dass die Listen auf Wiki arg ausufern, der Frühaufsteher gewinnt also in diesem Fall. Derartige Linkaktionen sind in der Blogosphäre stark verbreitet, die letzte große Aktion hat der stylespion mit “Ein Herz für Blogs” in Gang gesetzt.
Den Hype um Google Wave kann man auch als Nicht-Netz-Nerd verstehen: Die Technik dürfte einige Chancen haben, unser altgewohntes E-Mailing eines Tages abzulösen. Matthias Schwenk gibt im bwlzweinull-Blog eine Einschätzung, welche Folgen Google Wave für die Unternehmenswelt haben könnte. Sonst eher vorsichtig mit groß angekündigten Webhypes stimme ich dieser Ansicht voll zu.
Issuu.com ist eine webbasierte Plattform für PDF-Magazine. Ebenso genial im Design wie in der Anwendung. Die PDF-Magazine können per iframe in externe Webseiten integriert und dort durchgeblättert werden. Toller Effekt, schöner Style, empfehlenswert!
Prezi.com ist eine webbasierte Präsentationssoftware aus Budapest. Bei Prezi können beliebig große Flächen frei gestaltet werden. Anschließend kann man den Besucher über Zoompfade zu verschiedenen Stationen leiten. Klar, dass neben Text auch Videos, Podcasts oder Bilder integriert werden können. Hat man sich einmal an das Werkzeug gewöhnt, will man - ganz ehrlich - PowerPoint nicht mehr anrühren. Ein “must have” im Werkzeugkasten von Marketing- und Kommunikationsprofis.